Karin und Eberhard Otto, 16798 Fürstenberg, OT Blumenow, Tornower Str. 15

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Die Störche von Blumenow

Bei Familie Storch hat es dieses Jahr großartig geklappt.

Ein wunderbarer Zuchterfolg auf unserem 30 m hohen Schornstein der alten

Brennerei.

Ohne "unsere" Störche wäre das Leben in unserem schönen uckermärkischen Dorf um vieles

ärmer. Jedes Jahr gegen Ende März werden die Adebare erwartet. Steht der erste oben, geht

es wie ein Lauffeuer durch unser Dorf - die Störche sind da. Dann geht alles seinen normalen Gang.

Nach kurzen harten Kämpfen um das Nest (ja, ja es wurde sogar einmal eine brütende Störchin von Angreifern getötet und das Gelege

zerstört - das sind herumstreunende Jährlinge ohne Nest, denken wir) wird mit viel Geklapper Hochzeit gefeiert und die Eier gelegt

und gebrütet. Ab Mitte Juni dann die spannende Frage, wie viele sind es dieses Jahr. Erst sah man ein Köpfchen, dann zwei

und etliche Tage drei, und dann die frohe Botschaft, es sind vier. Sie schlüpfen zu unterschiedlichen Tagen, und so bestehen schon

Unterschiede in der Größe. Ein Altstorch blieb immer bei den Jungen, der andere schleppte Futter heran. Kam der eine, flog

sofort der andere ab. Ein imposantes Bild, wenn sie vom Nest im Segelflug abschweben.

Die Jungen sind noch nicht geflogen. Erst müssen die letzten Flaumfedern entfernt werden. Diese vier Schnäbel zu füttern,

verlangt Schwerstarbeit von den Altvögeln. Sie finden das Futter rings ums Dorf auf den Weiden und den Froschtümpeln

 und stolzieren zwischen den Kühen. Die sind das gewöhnt.

Die Altstörche bleiben jetzt nicht mehr im Nest. Nachts halten sie Ruhe auf dem Kirchendach hinter unserem Haus.

Anfangs sehr zur "Freude" von unserem Buddie und Biggi. Die wären am liebsten selbst aufs Dach geflogen.

Ein Elternteil ist eingeflogen zur Futterlieferung. Das Gekreische der Jungen hört man dann im ganzen Dorf.

Konzentriert wird das Mitgebrachte in der Mitte verspeist. Hier sieht man den Nestneubau. Vor fünf Jahren mußte das alte

1,5 Meter hohe und zwei Meter breite Nest entfernt werden. Es drohte abzustürzen. 1947 brachte man ein großes Wagenrad nach oben.

Das alles war nicht mehr sicher. Vor allem löste sich der Schornsteinkopf auf. Nun stand die Frage, den ganzen Schornstein abreißen.

Heftiger Protest durch die Einwohner und den Naturschutz waren die Folge. So wurde eine erhebliche Summe aufgetrieben

und der Schornsteinkopf saniert, eine Betonplatte obenauf gesetzt und darauf dieser Edelstahlkorb. Das geschah alles im Spätherbst.

Dann die Frage, nehmen sie das neue Nest an. Erst einmal nein, es waren zu wenige Zweige im Korb, also nachgebessert

(ich fuhr auch mit hoch, toller Ausblick) und die Storchenwelt war in Ordnung. Man sieht, es wurde schon sehr gut weitergebaut.

Und nach dem Fressen, wird entleert. Wenn gerade unten ein Auto vorbeifährt.... Pech gehabt.

Das diese Truppe eine Touristenattraktion ist, versteht sich. Täglich werden da hunderte von Fotos geschossen.

Seit dem 28.7. fliegen alle vier täglich morgens ab. Abends gegen 17 Uhr kommen sie zum Übernachten zurück.

Es ist wunderschön, sie bei ihrem Segelflug zu beobachten.

Die Landung.

Alle wieder da.

Ab dem 24. August verlassen sie uns bis zum Ende März nächstes Jahr.

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